Nachhaltigkeitsbericht 2019/20

Das Bewusstsein für Sicherheit und Gesundheit fördern

Von Unterweisungen und Schulungen bis zur Arbeitsschutz-Software

In produzierenden Unternehmen wie unserem kommt dem Arbeitsschutz eine besonders hohe Bedeutung zu. Wir überprüfen und investieren fortlaufend in Arbeitsschutzmaßnahmen, um unsere Mitarbeiter durch Schulungen und moderne technische Systeme bestmöglich vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen. Auch wenn wir das Unfallgeschehen in den vergangenen Jahren weiter senken konnten, sind Unfälle nicht komplett auszuschließen. Wir werten die Ursachen dafür akribisch aus und sehen darin eine Bestätigung für unser Credo: „Sicherheit beginnt im Kopf“. Denn oft sind es die Mitarbeiter selbst, denen eine potenzielle Gefahrensituation nicht immer bewusst ist. Daher liegt unser Fokus auf der kontinuierlichen Stärkung des verhaltensbasierten Arbeitsschutzes. Dabei geht es darum, gewohnte Verhaltensmuster, die zu Fehlern und Unfällen führen können, zu verändern. 

Maßgeblich für unsere Arbeitsschutzmaßnahmen ist die Konzernrichtlinie Arbeitssicherheit der Salzgitter AG. Das Arbeitsschutzmanagement der KHS Gruppe ist seit 2019 an allen deutschen Standorten nach ISO 45001 zertifiziert. Zusätzliche interne Audits sorgen für die Einhaltung der konzernweiten Regelungen zur Arbeitssicherheit.

Wir haben einen leitenden Sicherheitsingenieur und demgemäß an allen deutschen Produktionsstätten die Position der nach dem Arbeitssicherheitsgesetz geforderten Sicherheitsfachkraft mit entsprechenden Verantwortlichkeiten etabliert. Die Standortmanager kommen in regelmäßigen Abständen im Arbeitskreis Konzernsicherheit der Salzgitter AG zusammen – auf diese Weise ist ein gesellschaftsübergreifender Erfahrungsaustausch sichergestellt.

Immer auf dem neuesten Stand

Das Verhalten unserer Führungskräfte ist aufgrund ihrer Vorbildfunktion von hoher Relevanz. Deshalb unterzeichnen sie nach Eintritt bei KHS eine sogenannte Pflichtenübertragung, die alle gängigen Verantwortlichkeiten hinsichtlich der Arbeitssicherheit regelt. Dazu gehört etwa, die Mitarbeiter zu unterweisen und eine Ersthelferversorgung sicherzustellen. Zudem erstellen sie Gefährdungsbeurteilungen mit der neuen Arbeitsschutz-Software Quentic. Sie wurde 2019 eingeführt und hilft dabei, Gefahren zu identifizieren und zu bewerten, um entsprechende Maßnahmen zur Minimierung des Risikos vorzunehmen. Unfälle, Beinahe-Unfälle und Verbandbucheinträge werden hier pflichtgemäß zentral gemeldet, sodass die Sicherheitsfachkräfte die Nachverfolgung entsprechend lenken können. Unfälle mit Ausfallzeit sowie Verbandbucheinträge mit hohem Risikopotenzial werden mithilfe eines Fragebogens analysiert. Anschließend erarbeiten die Verantwortlichen Maßnahmen, um Wiederholungen zu verhindern. In diesem Zusammenhang wird auch das Gefahrstoffkataster gemanagt, zentral dokumentiert und ausgewertet.

Hierfür werden die Gefährdungsbeurteilungen in 5 Kategorien eingeteilt:

  1. Gefährdungen durch die maßgebliche Tätigkeit
  2. Alle Gefährdungen auf dem Werksgelände oder um den Arbeitsplatz herum
  3. Organisatorische Gefährdungen aufgrund von Pflichtverletzungen, etwa weil Unterweisungen fehlten oder kein Ersthelfer ernannt wurde
  4. Gefährdungen für schwangere und stillende Frauen
  5. Psychische Belastungen aus einem Katalog von 16 Gefährdungen

Auf diese Weise können alle Sicherheitsverantwortlichen schnell und gezielt auf diese Informationen zugreifen. In jedem Quartal tagen Arbeitsschutzausschüsse an allen deutschen Standorten, sie protokollieren alle Vorfälle und setzen Strategien um. Die berufenen Mitglieder haben hier die Möglichkeit, den Arbeitsschutz im Betrieb aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, Prozesse zu optimieren und Maßnahmen zur Umsetzung von Arbeitsschutzzielen zu entwickeln.

Speziell für Baustellen im Ausland und Reisen dorthin pflegen wir ein Travel Risk Management, das eine vorherige Risikobeurteilung für die betreffenden Mitarbeiter ermöglicht. Daraus können dann notwendige Schutzmaßnahmen abgeleitet werden. Weitere Maßnahmen unseres Travel Risk Managements sind ein HSE (Health, Safety and Environment)-Handbuch für Baustellen, HSE-Audits auf Baustellen sowie die Betreuung der Mitarbeiter durch den externen Dienstleister International SOS für medizinische Belange und Reisesicherheit.

Alle Mitarbeiter im Blick

Wir tragen mit zahlreichen Maßnahmen dazu bei, unsere Mitarbeiter für das Thema Arbeitssicherheit kontinuierlich zu sensibilisieren. Dazu zählen insbesondere:

  • Das Thema des Monats: Hierbei handelt es sich um einen One-Pager, der verschiedene Themen der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes sowie des Umwelt- und Energiemanagements aufgreift. Er wird jeden Monat an alle Führungskräfte verteilt und in Teambesprechungen mit den Mitarbeitern diskutiert. Darüber hinaus finden jährlich an den deutschen Standorten sogenannte „Nachhaltigkeitstage“ statt, an denen auch Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz eine wichtige Rolle spielen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde diese Veranstaltung 2020 nicht durchgeführt.
  • Schulungsprogramme für verschiedene Mitarbeitergruppen im Unternehmen: So wurden beispielsweise spezielle Weiterbildungen zu den Themen Arbeitssicherheit bei der Installation und Instandsetzung der Anlagen erarbeitet. Das spezielle Schulungsangebot „Verhaltensbasierte Arbeitssicherheit“ richtet sich an Führungskräfte und informiert insbesondere über rechtliche Grundlagen, angewandte Arbeitssicherheit sowie ihre Vorbildrolle beim Arbeits- und Gesundheitsschutz.
  • Seit 2019 gibt es an den deutschen Standorten eine Kommunikationskampagne zum Thema Arbeitssicherheit. Mit Hilfe von Postern, Aufstellern usw. wird auf potenzielle Unfallgefahren hingewiesen und dafür sensibilisiert.

Verantwortung für die Gesundheit

Die Corona-Pandemie hat im Berichtszeitraum eine Zäsur im betrieblichen Gesundheitsmanagement verursacht, die eine Prävention vor Ansteckung in den Vordergrund gerückt hat. Die Folge war der Aufbau eines Krisenstabs mit internationaler Besetzung zur schnellen und effizienten Durchsetzung der beschlossenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie zur Dokumentation des innerbetrieblichen Infektionsgeschehens. 

In puncto Gesundheitsschutz motivieren wir unsere Mitarbeiter in besonderer Weise dazu, das KHS-eigene Angebot an Fitness- und Präventionsmaßnahmen wahrzunehmen. So führen wir beispielsweise seit 2019 das Arbeitsplatzprogramm Rücken durch: Ein Gesundheitsmanager besucht jeden Arbeitsplatz bei KHS und berät die Mitarbeiter hinsichtlich Ergonomie und täglichen Abläufen am Arbeitsplatz. Im Anschluss erhalten die Sicherheitsfachkräfte anonymisierte Auswertungen, die empfohlene Maßnahmen beinhalten. Diese werden mit den jeweiligen Führungskräften erörtert und gegebenenfalls umgesetzt.

Unser Ziel mit all diesen Maßnahmen bleibt es, die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu fördern und zu steigern. Neben einem Angebot zu den Themen Stressmanagement, Resilienz und Achtsamkeit können sich Mitarbeiter, die sich psychisch belastet fühlen, auch an unseren arbeitsmedizinischen Dienst wenden. Er ist für das betriebliche Eingliederungsmanagement nach psychischer Behandlung zuständig. Im Bereich der aktiven Gesundheitsvorsorge bieten wir auch Impulse für eine aktive Mittagspause an. Zudem findet mindestens einmal jährlich ein Treffen des Lenkungskreises BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement) statt, wo neue Maßnahmen und Ideen erörtert werden, um den Gesundheitsschutz bei KHS weiter zu fördern.