Nachhaltigkeitsbericht 2017/18

Transport und Logistik

Bei unseren Maschinen handelt es sich in der Regel um großräumige Schwergüter, die nach ihrer Produktion einmal an ihren Bestimmungsort gebracht werden, um dann möglichst über lange Jahre hinweg ihre Aufgabe zu erfüllen, ohne noch einmal bewegt zu werden.

Sie sind also langlebige Produkte, die im Idealfall nur einmal transportiert werden. Für diesen Transport ist uns eine nachhaltige Herangehensweise besonders wichtig. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die mit der Lieferung von Großraum-und Schwertransporten (GST) einhergeht. Schließlich sind die Bündelung und Koordination von Lieferungen ein zentraler Hebel für die CO2-Reduktion und den Gesamtfußabdruck einer Maschine. Auch für unsere Kunden wird das Thema Zeit- und Ressourcenmanagement in diesem Bereich im Vergleich zu den Jahren zuvor spürbar wichtiger. Die drei wesentlichen Aspekte, mit denen wir den CO2-Fußabdruck beeinflussen können, sind die Beschaffungs-, Distributions- und Entsorgungslogistik. Zudem haben wir Einfluss auf die Kommissionierung und Verpackung, die jeweils durch Digitalisierungsmaßnahmen wie Plattform- und Cloudlösungen unterstützt werden. Sie bieten beispielsweise koordinierte Lieferungen und verhindern unkontrollierte zahlreiche Einzelanlieferungen der von uns benötigten Rohstoffe.

Die Bedeutung von Zeitplänen für den CO2-Fußabdruck

Unter dem Nachhaltigkeitsaspekt betrachten wir die gesamte Steuerung und Planung des materiellen Warenstroms innerhalb unseres Unternehmens – vom Lieferanten bis zur pünktlichen Anlieferung der fertigen Maschinenanlagen an den vereinbarten Ort. Unser Grundsatz ist es, jeden einzelnen Transportauftrag individuell zu planen, zu koordinieren und durchzuführen. Dabei berücksichtigen wir die innerbetrieblichen Vorgaben, die jeweiligen Wünsche und Anforderungen unserer Kunden, die vereinbarten Lieferbedingungen sowie die eingesetzten Verkehrsträger. Insgesamt lässt sich feststellen, dass unsere Kunden die Maschinen zunehmend „just-in-time“ ordern, um Lagerkosten und etwaige Lagerungsschäden am Bestimmungsort zu vermeiden.

Dies bedeutet für KHS, sich frühzeitig um die Koordination und Lieferplanung zu kümmern. Es ist also von besonderer Bedeutung, dass der Zeitplan exakt eingehalten wird – denn wenn die Maschine später als abgestimmt fertiggestellt, demontiert und zur Verpackung bereitgestellt wird, hat dies direkte Konsequenzen auf die logistischen Abläufe des Transports. Das kann beispielsweise dazu führen, dass wir eine nachteilige Transportart wählen müssen (etwa ungeplante Luftfracht), ungewollte Teillieferungen, Sonder- oder Leerfahrten durchführen müssen oder Ladekapazitäten nicht optimal ausnutzen können. Mit einer realistischen Terminplanung lassen sich diese höheren Belastungen für die Umwelt aktiv vermeiden. Um etwaige Verzögerungen zu verhindern und den optimalen Frachtführer zu finden, arbeiten wir den geplanten Transportweg deshalb detailliert aus.

Ralf Naujoks leitet den Bereich Distributionslogistik bei KHS.

KHS nutzt den „Kombinierten Verkehr“

Die Wahl ressourcenschonender Transportmittel ist ausschlaggebend für einen besseren CO2-Fußabdruck. Aus diesem Grund wäre die Verlagerung der Güterbewegungen von der Straße auf die Schiene eine begrüßenswerte Alternative – jedoch mangelt es derzeit noch an der notwendigen Infrastruktur. Deshalb sind wir bereits vor Jahren dazu übergegangen, unsere Schwerguttransporte von der Straße auf die Flusswege zu verlagern. Die GST unserer Firma werden in den Binnenhäfen wie Mannheim und Dortmund verladen und in die großen Überseehäfen transportiert.

Ralf Naujoks, Leiter der Distributionslogistik bei KHS, engagiert sich für derartige Transportabläufe im sogenannten Kombinierten Verkehr, bei dem der Vorlauf (oder Nachlauf) per LKW und der Hauptlauf auf dem Binnenschiff durchgeführt wird. Gegebenenfalls nimmt er dafür auch den direkten Kontakt mit Behörden im Genehmigungsverfahren von GST auf. So kam es in jüngster Zeit zu einem Treffen mit einer im Verfahren beteiligten Stelle eines Landesamtes, die er gemeinsam mit dem Frachtführer besuchte. Hintergrund war die Erschließung einer Umschlagsmöglichkeit an einer Wasserstraße im Auftrag der KHS, zu der von der Behörde Fragen über den kommenden Vorlauf zum Umschlagsplatz aufgetaucht waren.

„Ich setze mich aktiv für diese Transportwege ein, weil ich von deren Ökobilanz und Effizienz überzeugt bin. Ich möchte über meinen Verantwortungsbereich zu einem besseren CO2-Fußabdruck über den Gesamtlebenszyklus unserer Maschinen und Anlagen beitragen“, begründet Naujoks sein Engagement.

Während des Treffens äußerte der zuständige Sachbearbeiter des Landesamtes gegenüber den Teilnehmern, dass das Verhalten der Firma KHS beim Thema ‚Verlagerung von Transporten auf Wasser und Schiene’ vorbildlich im Vergleich zu vielen anderen Verladern sei. Häufig gäbe es in dem Segment reine Straßentransporte über die gesamte Strecke vom Ausgangs- bis zum Zielpunkt. Die bestehenden rechtlichen Bestimmungen über die Vorrangigkeit des Kombinierten Verkehrs im GST-Bereich kämen natürlich zusätzlich dem Klimaschutz zugute. Die Vorgaben seien insbesondere zum Schutz der Infrastruktur erlassen worden und würden von unserer Firma bereits eingehalten, zeigte sich der Behördenmitarbeiter erfreut. Er hoffe, dass zukünftig auch die anderen Verlader dazu gebracht werden können und erklärte weiter, mit der aktuellen Herausgabe des „Masterplan Binnenschifffahrt“ wäre unter anderem als Maßnahme vorgesehen, die Rechtsvorschriften für eine primäre Nutzung von Binnenschiff (und Bahn) zu bekräftigen.