Nachhaltigkeitsbericht 2017/18

„Mit offenen Augen durch die Welt laufen“

Schon als Schrauber an der Werkbank hat er die besten Tricks seiner Kollegen mit seinen eigenen so kombiniert, dass er höchsteffiziente Ergebnisse erzielte. Als Projektleiter Querschnittsfunktion Industrial Engineering hat er jüngst das nachhaltige Großprojekt „Umzug Beize“ verantwortet und dabei die besten Ideen seines Teams vereint.

„Wenn Mitarbeiter Ideen haben, dann muss man sie unbedingt anhören“, sagt Jürgen Boos. Und ergänzt voller Überzeugung: „Und wenn die Ideen gut sind, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, sie zu verfolgen – und den Ideengeber klar zu benennen.“ Genau nach diesem Grundsatz hat er zuletzt das Großprojekt „Umzug Beize“ erfolgreich verantwortet und umgesetzt. Der heutige Projektleiter Querschnittsfunktion Industrial Engineering ist bereits vor 21 Jahren bei KHS eingestiegen und hat bei seinen verschiedenen Positionen und Tätigkeiten schon immer Wert daraufgelegt, aus vielen kleinen Handgriffen ein überzeugendes „Großes Ganzes“ zu machen. Begonnen hat er seine Karriere ganz klassisch an der Werkbank: „Schon damals habe ich immer nach links und rechts geschaut und mir die besten Kniffe meiner Kollegen abgeguckt“, erzählt er. „Zusammen mit meinen eigenen Ideen habe ich es dann geschafft, die Baugruppen sehr effizient zu montieren.“ Auf diese Weise wurde er schnell Gruppenleiter und spezialisierte sich auf Optimierungsprozesse. „Es hat mich einfach von Anfang an interessiert, wie sich die besten Techniken und Ideen so vereinen lassen, dass es effizient ist“, sagt Boos. Diese Herangehensweise hat sich durch seine Zeit bei KHS hindurchgezogen. Dafür sei es auch wichtig, einen hohen Einsatz zu bringen und sich einen fundierten Überblick zu verschaffen: „Mein Grundsatz ist: Geh immer an den Ort des Geschehens. Der Kontakt mit den Kollegen ist unerlässlich, wenn man Zusammenhänge verstehen will.“

Ideen ernst nehmen, Vor- und Nachteile sammeln

So hat er auch das Projekt Umzug Beize in Bad Kreuznach erfolgreich umgesetzt. Gut drei Jahre habe er in die Planung gesteckt – und dabei großen Wert auf die Meinung seines Teams gelegt. So hatten beispielsweise einige Kollegen die Idee, einen Bereich der neu zu bauenden Beizhalle mit Kunststoffboden auszukleiden. Er sammelte Vor- und Nachteile, ließ die Kritiker ebenso zu Wort kommen wie die Befürworter und wägte dann ab. Im Ergebnis habe sich gezeigt, dass es tatsächlich die bessere Alternative sei, mit PE-Platten zu arbeiten –  und so wurde die Idee erfolgreich umgesetzt. „Jede Idee ist grundsätzlich erst mal gut“, sagt Boos aus Überzeugung. „Wir wollen ja gemeinsam etwas vorantreiben und an einem Strang ziehen. Da entwickelt sich eine tolle Dynamik, wenn das Vertrauensverhältnis gut ist und man neue Ideen äußern kann, auch wenn sie noch nicht ausgereift sind.“ Manchmal sei es eine Herausforderung, in der sogenannten „Sandwich“-Position zu sitzen, erzählt er: „Ich muss ja sowohl nach ‚oben’ gegenüber den Standortverantwortlichen als auch nach ‚unten’ gegenüber meinen Projektmitarbeitern agieren und teilweise auch zwischen beiden vermitteln.“ Letztendlich profitiere er dabei aber auf beiden Seiten von großem Vertrauen.

Nachhaltigkeitsaspekte im Fokus

Der Umzug Beize ist grundsätzlich völlig unabhängig von externen Auflagen entstanden, sondern getrieben von Analysen der Produktionsanlagen gewesen. „Sie waren schlichtweg nicht mehr zeitgemäß“, erklärt der Projektleiter. Entstanden ist eine hocheffiziente Überarbeitung des Verfahrens, der Halle, der Materialien – und zwar immer auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Die neuen LED-Lampen sind zum Beispiel nicht nur deshalb überzeugend, weil sie automatisch tageslichtgesteuert werden und somit Strom sparen – sondern auch deshalb, weil sie von den Beizgasen nicht angegriffen werden können und somit zusätzlich Ressourcen sparen.

„Grundsätzlich haben wir bei der Angebotsanfrage immer den Energiebedarf mit abgefragt, weil es uns wichtig ist, auf die Umweltfreundlichkeit zu achten“, sagt Boos. Persönlich ist er selbst bereits seit vielen Jahren verstärkt für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert. Einen besonderen Denkanstoß hat ihm dabei vor Jahren die vom KHS-Gebäudemanagement gegründete Initiative „Energie und Umwelt“ gegeben. „Bei mir hat diese Kampagne tatsächlich eine deutliche Veränderung bewirkt“, erzählt er. „Seitdem achte ich auf vermeintliche Kleinigkeiten, wie etwa das Licht in meinem Büro auszuschalten, wenn ich gehe, oder die Tür zu schließen, wenn die Heizung läuft. Diese Haltung habe ich inzwischen verinnerlicht und trage sie auch deutlich an Kollegen weiter.“ Hinzu kommt, bewusst auf die Nachhaltigkeitsgrundsätze von Zulieferern zu achten und bei Projekten bereits in der Angebotsphase nach Ressourceneffizienz zu fragen.

Motivation durch Zwischenmenschliches

Drei Aspekte sind es, die Jürgen Boos bei jedem Projekt immer aufs Neue motivieren: Soziale Verantwortung – dazu gehören neben dem wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt beispielsweise auch der enge Kontakt zu Anwohnern –, der Mehrwert für das Unternehmen sowie die Begeisterung und Einbindung seiner Mitarbeiter. „Letztendlich geht es doch immer darum, dass man mit offenen Augen durch die Welt laufen muss. Es ist so wichtig, auf die Ideen der Kollegen zu hören und sich dann zu fragen, wie diese sich am effektivsten im Sinne des Unternehmens umsetzen lassen können. Ich versuche immer, aus den besten ‚Zutaten’, also den Ideen, einen leckeren ‚Kuchen’ zu backen. Das sehe ich als meine Aufgabe an, um einen zukunftsgerichteten Arbeitsplatz zu bieten!“

Mit dieser Einstellung lebt Boos genau die Grundsätze vor, die bei KHS in Punkto Personalentwicklung und Mitarbeiterbindung wichtig sind. Denn Teamwork auf Augenhöhe, Motivation und Wertschätzung sind die Grundpfeiler, auf die nachhaltiger Erfolg aufbaut – für einzelne Projekte genauso wie für das gesamte Unternehmen.